Sonntag, 12. Februar 2017

Der 100 Dinge-Unsinn

Gerade habe ich meine Badezimmerschränke entrümpelt und gereinigt.

Ich glaube , was den Bereich Bad angeht, bin ich schon ziemlich fortgeschritten minimalistisch.
Ich besitze keinerlei Kosmetik.
In Sachen Körperpflege bin ich aus ökologischen Gründen auf Seife bzw. festes Shampoo umgestiegen. Die Anzahl der verwendeten Cremes habe ich auch auf die Minimalzahl von 2 (eine Gesichtscreme, eine Hand- und Körpercreme -prima Zeugs, das es bei Lush sogar in einem Mehrwegbehältnis gibt, welches man zur Wiederverwendung zurückbringen kann) reduziert.
Nachdem ich also ausgeräumt, die Hausapotheke nach überlagerten Medekamenten durchforstet, ein Handtuch, das ich weil, ich es hässlich finde, im letzten Jahr nicht benutzt habe ausrangiert habe, ausgewischt und wieder eingeräumt habe hab ich mal durchgezählt.
Und kam allein im Bad auf rund 80 Dinge.

Nichts füt ungut, aber auch wenn Seife und Co Verbrauchsartikel sind, sind es doch Dinge, die mir gehören und bei mir dauerhaft herumstehen (in der einen oder anderen Ausgabe ;-) - weil ich sie eben brauche.

Vielleicht könnte ich die Anzahl noch ein wenig reduzieren, wenn ich überhaupt keine Reserven lagern würde. Aber das wäre dann ökologisch schwachsinnige Ressourcenverschwendung, weil ich hier aufm Land nunmal keinen Lush um die Ecke habe und daher lieber, wenn ich im Rahmen eines koordinierten Stadtermins dort mal hinkomme etwas auf Vorrat einkaufe, statt für jede Seife einzeln 30 km in die Stadt zu fahren.
Oder ich könnte die Anzahl der Handtücjer noch etwas reduzieren, wenn ich jedes Handtuch einzeln waschen würde, statt so viele zu besitzen, dass der vorrat ausreicht, bis ich das nächste mal eine Waschmaschine vollbekomme.

Was will ich damit sagen?
Ich finde die 100-Dinge-Challenge aus 2 Gründen unsinnig:
1. Weil vermutlich auch die angeblichen 100Dinge-Besitzer ihre Verbrauchsgüter nicht mitzählen und sich damit in die Tasche lügen, weil sie natürlich trotzdem (so sie dauerhaft benötigt werden, wie eben Seife, Zahnbürste und co. bei ihnen herumstehen.

2. Weil der Verzicht auf sinnvolle Vorratshaltung ökologisch betrachtet Unfug sein kann. (Ausufern sollte die Bevorratung natürlich auch nicht - was dabei rauskommt wenn man den Überblick über seine Vorräte verliert, habe ich am Anfang meiner Entrümpelungsaktion bemerkt. vieleicht erinnert sich der eine oder ander noch an die Putzmittlelliste des Grauens ;-) )

P. S.
Falls sich jemand dafür interessiert, was aus der Liste des Graunes inzwischen geworden ist:

- 3 1 angebrochene Flaschen Glasreiniger
- Kunststoffreiniger (verbraucht)
- Edelstahlreiniger (verbraucht)
- 2 1 Badreiniger 
- WC Reiniger (verbraucht)
- Rohrfrei (verbraucht)
- 2 verschiedene 1 Mehrzweckreiniger
- 2 1/2 Parkettreiniger (Restbestand)
- Schmierseife (verbraucht)
- Kalklöser
- Steinreiniger
- 2 Sagrotansprays (sachgerecht entsorgt)
- Polsterschaum (verschenkt - ich habe keine Polster...)
- Brennspiritus -(verbraucht)
- Scheuermilch (verbraucht)
- Sprühstärke (sachgerecht entsorgt )
- 3 unterschiedliche  1 Imprägniersprays
- Lederschimmelreiniger
- Kombi-Lederreiniger /-fett (verbraucht)
- 3 noch 2 Dosen Lederfett
- 2 Dosen noch 1 Sattelseife
- 12 noch 5 verschiedene Schuhcremes. 
- Rostlöser
- 0,5 Riesenvorratsflaschen Frostschutz für die Scheibenwaschanlagen vom Auto (eine davon verschenkt)
- 1 Pulle Scheibenklar (Sommer)
- 3 verschiedene Lackpflegemittel
- Starterspray
- Türschlossenteiser 
- 1l Motoröl (verbraucht)
- 2 Pullen Blumendünger
- Packung round up (Unkrautvernichter) (sachgerecht entsorgt)

Das einzige was ich zwischenzeitlich mal nachgekauft habe, ist ein Allzweckreiniger...
 



 

Kommentare:

  1. Hallihallo!
    Da bin ich ganz deiner Meinung: dieses 100-Dinge-Ding ;oD ist nicht wirklich zielführend. Das kann man machen, wenn man alleine lebt. Und wenn man das unbedingt so haben möchte. Den wirklichen Sinn darin seh' ich aber irgendwie nicht ganz. Wahrscheinlich muss man sich dann doch andauernd irgendwas ausleihen, weil einem was fehlt, um den Alltag zu bewältigen. Kommt noch dazu, dass wohl jeder anders zählt. Beispiel: Tee. Gilt jede Teesorte als 1 Ding, oder alles unter dem Überbegriff Tee als eins? Undsoweiter-undsofort.
    Allerdings erkenne ich darin auch nicht den wirklichen Minimalismus. Denn der manifestiert sich für mich im Streben danach, seinen Konsum auf allen Ebenen so weit wie möglich einzuschränken. Nach dem Motto: Brauch ich das, was ich ins Auge gefasst habe, wirklich? Und wenn ja: warum? WENN ich das Teil tatsächlich benötige, dann kaufe ich es auch. Wichtig dabei ist auch, den ökologischen Aspekt im Auge zu behalten. Alleine wenn man diese zwei Punkte im Visier behält reduziert sich der Konsum und die Anzahl der gehorteten Dinge rapide. Wenn man es dann auch noch schafft, Überflüssiges rigoros auszusortieren, dann ist man schon sehr gut unterwegs.
    Was will ich damit ausdrücken? Es gibt keinen "richtigen" Minimalismus. Denn jeder, der sich Gedanken macht, wie er sich in irgendeiner Form einschränken könnte, der sich bewusst macht, was, wo und wozu er kauft und der eingeschliffenes Verhalten hinterfragt, der trägt viel dazu bei, dass unsere Natur und Umwelt geschont, Ressourcen eingespart und Müll vermieden wird. DAS sind für mich eigentlich die wichtigsten Punkte am Minimalismus. Jetzt mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass man tatsächlich viel mehr Raum, (Frei)Zeit und Entspannung generiert damit.... ;oD
    Schönen Sonntagabend, herzliche Grüsse!

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    1. PS: meine Güte, hattest du viel Putzzeugs! Bei uns stehen im Putzschrank noch Schmierseife, Glasreiniger, Badreiniger, WC-Reiniger, Essigessenz. Ferddisch. Und das alles aus einer Öko-Linie. Mehr braucht es einfach nicht! Aber ich seh' schon: Das wird was bei dir! ;oD Übrigens: Versuchs mal mit Marseillaiser Seife. Du hattest nie vorher glänzenderen Chromstahl, von dem das Wasser abperlt, und die löst Fett- absolut erstaunlich! Ich sag nur: Dunstabzugshaube!!

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  2. Hallo Frau Hummel,
    danke für Deinen Gegenbesuch nebst interessantem Tipp. Werd ich ausprobieren. Aber erst, wenn ich die "Sammlung" so weit weiter dezimiert habe, dass ich mir das zugestehen kann... ;-)
    Auch dir einen gemütlichen Sonntagabend

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  3. ich habe eine schminkpalette verschenkt. neu. weil ich mich nie schminke. ich wollte mich als frau fühlen. die fläche für vorräte zu reduzieren, war bei mir die lösung für bad und küche. glasreiniger und spülmittel und scheuermilch reichen mir für alle putzarbeiten. die minimalistischen lösungen sind nicht immer die besten. was mir gut tut, ist die bessere regel. ohne wohnung sein aber jeden tag umziehen zu jemanden, wäre mir zu aufwendig. oder nur mit einer farbe malen. auf dauer zu langweilig. oder du hättest nur ein pferd. oder gar keins. ☺ in allen lebensbereichen kann man es nicht anwenden. lg - tanja

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  4. Ich empfinde als spannend, dass es so viele Strömungen im Entrümpelismus/Minimalismus gibt, und dennoch so viele 'Amateure' (im Gegensatz zu jenen Vollzeit-Mini-Bloggern) sich vor allem auf diese 100-Sachen-Geschichte beziehen. Ich hab das auch schon mal beim Apfelmädchen geschrieben - in keinem der englisch- oder deutschsprachigen Blogs, die ich seit Jahren dazu lese, fordert einer der Autoren, dieses Experiment von Dave Bruno nachzumachen, und dennoch fühlen sich viele genötigt (oder inspiriert) sich davon zu distanzieren. Wieso?
    Aber ich habs einfacher - ich wollte einfach unnützes Zeug loswerden, damals 2004, ohne dass es dazu Tips gegeben hätte. Und jetzt entrümpel ich schon so lange, dass ich über manche Auswüchse nur grinsen kann.

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    1. Gi Wolfaddict,
      toller nick - übrigends!
      Vermutlich kommt man so in den 100 Ding Rechtfertigungsdruck, weil die 100 Dinge eben in den Medien so gehyped werden. Immer wenn man einen Pressebericht über Minimalismus liest, kommt das vor.
      LG
      Astrid aka Chaoskämpferin

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