Dienstag, 1. August 2017

Zeit statt Zeug - wirklich?

Zeit statt Zeug ist so ein beliebter Slogan in der Minimalismus-Community, der gerne unhinterfragt weitergegeben wird.
Gemeint ist, dass man sein Geld für Erlebnisse statt für Dinge ausgeben sollte.

Ehrlich gesagt sehe ich persönlich das mittlerweile kritisch.

Mal ehrlich: Ausgerechnet die reizüberflutete Generation Y, die sich permanent über Stress beklagt, gibt einen Slogan aus, der letztenendes nur für zusätzlichen (Freizeit-)stress sorgt?

Und als brave Selbstoptimiererin renne ich dann in die angesagte Ausstellung X, ins Konzert von Y, den man unbedingt gesehen haben muss, in den Kinofilm Z des Regisseurs A. der überall so gelobt wird, binge-watche die angesagte Serie B. um mitreden zu können, nicht zu vergessen dass ich ja auch noch in den ganz neu auf den Entspannungsmarkt geworfenen Soundso-Yoga Kurs muss, um endlich mal runter zu kommen...

Echt jetzt? Minimalistisch finde ich das nicht. Aber stressig.

Zum Entspannen kann ich auch mit meinem Hund Gassi gehen - einfach vor die Tür und los auf die immer gleiche Gassi-Runde. Muss ich eh jeden Tag. Der Hund will ja raus.

Laaangweilig?

 Fragt mal die Graunase. Die findet das gar nicht. Die freut sich auf ihre Schnüffelrunde am schwarzen- Hundebrett am Dorfrand und aufs gucken was sonst so los ist. Von diesem Hund kann man was lernen.
Und ich - ich freue mich über den gut gelaunten Hund und komme langsam runter.

Grade die Wiederholung der (schinbar) immer gleichen Umgebung hilt doch, zu entschleunigen. Endlich mal kein neuer Input, nachdem der den gazen Tag in meinem Job auf mich eingestürmt ist. 
Sondern was vertrautes. Nichts besonderes tun. Sich nicht anstrengen. Keinen Mehrwert erzeugen. Einfach nur so da sein. Wie der Hund.

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